Die inneren Planeten

Die inneren Planeten

Die vier inneren Planeten werden auch die Gesteins- oder erdähnliche Planeten genannt. Alle haben eine feste Oberfläche und besitzen keine allzu mächtigen Atmosphären. Im Gegensatz zu den Gasriesen besitzen sie nur wenige Monde, außer der Erde nur der Mars mit seinen kleinen Monden Phobos und Deimos. Merkur, Venus und Mars kann man mit bloßem Auge beobachten, sie sind den Menschen also schon lange bekannt. Gemeinsam ist ihnen auch die relative Nähe zur Sonne.


Bahndaten und physikalische Daten
Planet mittl. Entfernung
von der Sonne
in Mill. km
Entfernung in
Lichtminuten
Umlaufzeit Rotationszeit Durchmesser
in km
Masse
Erde = 1
Merkur   57,9   3  88 Tage 58 Tage/15 Std   4.879   0,055
Venus  108,2   6 225 Tage 243 Tage  12.104   0,815
Erde  149,6   8 365 Tage 24 Stunden  12.756   1,000
Mars  227,9  12 687 Tage 24,5 Stunden   6.794   0,107


Um sich ein Bild von den gewaltigen Entfernungen in unserem Sonnensystem zu machen, kann man die Dimensionen 1 : 1.000.000.000 verkleinern. Ein Zentimeter im Modell entspricht dabei zehntausend Kilometer im Raum (Angaben gerundet).

Das Sonnensystem im Modell 1 : 1.000.000.000  Sonnendurchmesser: 140 cm
PlanetMerkurVenusErdeMarsJupiter SaturnUranusNeptunPluto
Durchmesser
in Zentimeter
0,5 cm1,2 cm1,3 cm 0,7 cm14,3 cm12,1 cm5,1 cm5,0 cm0,2 cm
mittl. Entfernung
von der Sonne
in Metern
58 m108 m 150 m228 m778 m1427 m2871 m 4497 m5913 m


Die Umlaufbahnen der vier inneren Planeten, Merkur, Venus, Erde und Mars, liegen im Verhältnis zu den anderen ziemlich dicht an der Sonne. Es sind, Pluto ausgenommen, die kleineren im Verhältnis zu den Gasriesen weiter draußen. Am Rand ist die Bahn des Jupiter angedeutet.

Die inneren Planeten Zwischen Jupiter und Mars gibt es die Asteroiden oder auch Planetoiden. Einige davon kreuzen auch die Erdbahn und könnten der Erde gefährlich nahe kommen. Der Jupiter verhindert mit seiner gewaltigen Schwerkraft jedoch, dass die meisten größeren Brocken die inneren Planeten erreichen. Er wirkt auch als eine Art Schutzschild für die Erde, da er auch die meisten Körper aufhält, die aus der Weite des Raums kommen. Das jüngste Beispiel ist der Einschlag des Kometen Shoemaker-Levy 9. Das Weltraumteleskop Hubble beobachtete danach Staubwolken auf dem Jupiter, die das mehrfache des Erddurchmessers besaßen. Das Ende der Dinosaurier wird auf den Einschlag eines großen Himmelskörpers zurückgeführt. Im Laufe ihrer langen Entwicklung ist die Erde immer wieder von größeren Objekten bombardiert worden.





Der Merkur

Der Merkur

Die Entfernung von der Sonne zum Merkur beträgt etwa drei Lichtminuten. Er ist mit 4879 km Durchmesser nicht viel größer, als der Atlantische Ozean an seiner breitesten Stelle. Mit Ausnahme von Pluto hat er die am stärksten geneigte und von einem Kreis abweichende Bahn. Er besitzt praktisch keine Atmosphäre. Auf seiner Tagseite steigen die Temperaturen bis auf +350 °C. Nachts fällt die Temperatur auf -180 °C. Nur die Raumsonde Mariner 10 besuchte 1974 den Merkur, konnte aber ungefähr nur die Hälfte der Oberfläche erfassen. Durch die vielen Einschlagskrater besitzt er große Ähnlichkeit mit unserem Mond. Die größten Krater haben einen Durchmesser von mehreren hundert Kilometern. Ein Merkurjahr, ein Umlauf um die Sonne, dauert nur 88 Erdtage, ein Merkurtag dagegen 58 Erdtage. Merkur verbirgt sich meistens im Strahlenbereich der Sonne, er ist schwer zu beobachten.

Bei den Römern war Merkur der Schutzgott des Handels und der Kaufleute, auch wenn der Gewinn nicht redlich erworben war. Seine Darstellung entspricht dem griechischen Hermes mit Flügelschuhen und kleinem Heroldsstab, der den Sohn des Jupiter als Götterbote auswies.

zur Auswahl

Die Venus

Die Venus

Der zweite Planet, Venus, ist mit 12104 km Durchmesser nur wenig kleiner als die Erde. Bis zur Sonne sind es 6 Lichtminuten. Beobachtet man Venus mit dem Fernrohr, so entdeckt man keinerlei Einzelheiten. Der Planet besitzt eine vollkommen geschlossene Wolkendecke, die fast nur aus Kohlendioxid besteht. Dieses Gas speichert die Wärme und führt zu einem gewaltigen Treibhauseffekt. Die Temperatur am Boden beträgt +470 °C, der Druck ist dort 90 mal größer als auf der Erde, und zwar ziemlich unabhängig davon, wo man sich auf dem Planeten befindet. Die Venuswolken liegen zwischen 45 und 75 km, teilweise bis zu 100 km hoch. In ihnen regnet es sogar Schwefelsäure. Es herrschen Windgeschwindigkeiten bis zu 100 m/sec. Ein Venustag dauert 243 Erdtage, ein Venusjahr 225 Tage, sie rotiert schneller um die Sonne, als um die eigene Achse. Venus rotiert von Ost nach West, anders herum wie alle anderen Planeten.

Venera 13

Die meisten Raumsonden zur Venus verstummten bald, sie wurden geröstet und zerdrückt. Die russische Sonde Venera 13 schaffte es immerhin über zwei Stunden Daten zu übertragen, unter anderem ein Bild der Oberfläche. Ab 1990 tastete die amerikanische Sonde Magellan die Oberfläche mit Hilfe von Radar ab. Nach Sonne und Mond ist Venus das hellste Objekt am Himmel. Die Begleiterin der Sonne ist als Morgen- bzw. Abendstern bekannt. Sie zeigt ähnliche Phasen wie der Mond, da sie innerhalb der Erdbahn liegt.

In der Mythologie ist sie die Göttin der Schönheit und der Liebe, Tochter des Zeus, die "Schaumgeborene".

zur Auswahl

Die Erde

Die Erde

Die Erde ist der größte der inneren vier Planeten und der erste, von der Sonne aus gesehen, der einen natürlichen Satelliten besitzt, unseren Mond. Das Bild stammt von der Besatzung von Apollo 17 auf ihrem Flug dorthin. Nach drei Tagen erreichten die Apollo Raumschiffe jeweils unseren Trabanten, mit der Saturn V.

Als einziger Planet bewahrte sie das Wasser, das sie in ihrer Frühzeit von Kometen aus dem äußeren Sonnensystem erhielt. Die Existenz von Wasser war eine Milliarde Jahre nach der Geburt der Erde eine wichtige Vorraussetzung für die Entstehung des Lebens. Erst die Photosynthese der Pflanzen erzeugte den für uns so wichtigen Sauerstoff, so dass fortan die Atmosphäre zu etwa 20% aus Sauerstoff und zu 80% aus Stickstoff bestand. Es ist bisher der einzigste Himmelskörper, von dem wir sicher wissen, dass es Leben gibt.

Stellt man sich die Erdgeschichte im Zeitraffer von einem Jahr vor, so kennen wir gerade die letzten sechs Wochen vor Silvester, die durch Versteinerungen bekannt sind. Ende November erobern die Pflanzen, und etwas später die Tiere das Land. Die Saurier erscheinen eine Woche vor Weihnachten, am 25. und 26. Dezember sterben sie aus. Silvester, um 5 Minuten vor Mitternacht entsteht der Mensch, 30 Sekunden vor Jahreswechsel beginnt unsere Weltgeschichte.

zur Auswahl

Der Mars

Der Mars

Der Mars ist mit 6794 km nur etwa halb so groß im Durchmesser wie unsere Erde, 12 Lichtminuten von der Sonne entfernt. Er ist der Planet, auf dem man von der Erde aus die meisten Oberflächeneinzelheiten mit dem Fernrohr sehen kann. Das hat schon früh zu Spekulationen geführt, und es entstanden die ersten Marskarten. Die Atmosphäre besteht fast vollständig aus Kohlendioxid, der atmosphärische Druck erreicht am Boden jedoch nur ein Hundertstel des irdischen Luftdrucks. Ein großer Teil der Oberfläche ist von Sand- und Staubwüsten bedeckt, so dass es zu Sandstürmen kommen kann. Diese Staubteilchen bestehen vor allem aus Eisenoxid, was dem Mars seine rötliche Farbe verleiht, der rote Planet. Die Pole sind von gefrorenem Kohlendioxid und Wasser überzogen. Sie vergrößern und verkleinern sich mit den Jahreszeiten, da der Planet fast die gleiche Achsneigung wie die Erde hat. Das Jahr dauert auf dem Mars jedoch fast doppelt so lange wie auf der Erde.

Der Mars

Der Mars wurde schon mehrfach von Raumsonden besucht, unter anderem von den Viking Sonden der Amerikaner im Jahre 1975, von denen auch die Planetenansicht stammt. 1996 landete der amerikanische Pathfinder und übermittelte Bilder der Oberfläche zur Erde. Es sind viele weitere Marsmissionen geplant, auch europäische, da man annimmt, dass es auf dem Planeten Leben gegeben hat, oder sogar noch gibt. Einst hat fließendes Wasser die Oberfläche geformt. Bis zum Jahr 2020 will man sogar bemannte Flüge dorthin unternehmen. Ein erster Schritt ist die ISS, die internationale Raumstation.

Auf dem Mars hat man den höchsten Berg im Sonnensystem entdeckt. Olympus Mons hat eine Höhe von 26.000 Metern, etwa drei mal so hoch wie der Mount Everest der Erde. Auffallend ist auch das Canyon-System Valles Marineris mit einer Länge von über 4.000 km. Es ist bis zu 200 km breit und bis zu 7000 m tief. Der Mars besitzt zwei Monde, Phobos und Deimos. Sie sind sehr klein, etwa 25- bzw. 15 km groß und unregelmäßig geformt.

Der Kriegsgott Mars war nach Jupiter die höchste Gottheit der Römer. Er schützte auch die Ernte und das Vieh und sorgte für ihr Gedeihen


zur Auswahl