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"Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse.

... erzählte er, wie er hierhergekommen und was sein Anliegen sei, nämlich so lange hierzubleiben, als der Ältere Bruder erlaube, und sein Schüler zu sein. ...

"Bist du bereit, deine Schuhe anzuziehen und wieder fortzuwandern?"
Knecht zögerte, dann sagte er: "Wenn es so sein muss, bin ich bereit."
"Und sollte es sich fügen, dass du eine kleine Weile hier bleibst, bist du dann bereit, Gehorsam zu leisten und dich so still zu halten wie ein Goldfisch?" Wieder bejahte der Student.
"Es ist gut", sagte der Ältere Bruder. "Nun werde ich die Stäbchen legen und das Orakel befragen."
Während Knecht saß und mit ebenso großer Ehrfurcht wie Neugierde zuschaute, sich still haltend "wie ein Goldfisch", holte jener aus einem hölzernen Becher, einer Art von Köcher vielmehr, eine Handvoll Stäbchen; es waren Schafgarbenstengel, die zählte er aufmerksam durch, tat einen Teil des Bündels wieder in das Gefäß zurück, legte einen Stengel beiseite, teilte die andern in zwei gleich große Bündel, behielt das eine in der linken Hand, nahm mit der rechten, mit spitzen empfindsamen Fingern, winzig kleine Bündelchen aus dem andern, zählte sie, legte sie beiseite, bis einige wenige Stengel übrigblieben, die er zwischen zwei Finger der Linken klemmte. Nachdem er so das eine Bündel nach ritueller Zählung auf einige Stengel reduziert hatte, nahm er mit dem andern die gleiche Prozedur vor. Er legte die ausgezählten Stengel ab, nahm beide Bündel, eines nach dem andern, aufs neue durch, zählte, klemmte zwei Bündelreste zwischen zwei Finger, und dies alles taten die Finger mit einer sparsamen, stillen Behendigkeit, es sah aus wie ein geheimes, von strengen Regeln beherrschtes, tausendmal geübtes und zur virtuosen Fertigkeit gewordenes Geschicklichkeitsspiel. Nachdem er es mehrmals durchgespielt hatte, waren drei kleine Bündelchen übriggeblieben, aus den Zahlen ihrer Stengel las er ein Zeichen ab, das malte er mit spitzem Pinsel auf ein kleines Blatt. Nun begann der ganze komplizierte Vorgang von neuem, die Stäbchen wurden in zwei gleiche Bündel geteilt, es wurde gezählt, es wurden Stäbchen weggelegt, Stäbchen zwischen die Finger gesteckt, bis am Ende wieder drei winzige Bündelchen blieben, deren Ergebnis ein zweites Zeichen war. Tänzerisch bewegt, mit einem ganz leisen trockenen Klappern, schlugen die Stengel aneinander, wechselten ihre Plätze, bildeten Bündel, wurden getrennt, wurden neu abgezählt, rhythmisch mit gespenstischer Sicherheit bewegten sich die Stäbchen. Am Ende jedes Vorgangs schrieb der Finger ein Zeichen nieder, und zuletzt standen die positiven und negativen Zeichen in sechs Zeilen übereinander. Die Stengel wurden gesammelt und sorgfältig in ihren Behälter zurückgestellt, der Magier hockte am Boden auf schilfener Matte und hatte vor sich das Ergebnis des Orakelsuchens auf seinem Blatte stehen, das er lange still betrachtete.
(aus "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse)

Damit hat alles angefangen und mein Interesse für das I GING war geweckt. Auch in Europa wächst die Schafgarbe und so klapperten schon bald die Schafgarbenstengel bei mir zu Hause.
Anfang der 90er Jahre im letzten Jahrhundert vom letzten Jahrtausend entstand die erste private Programmversion des I GING, geschrieben für den ATARI ST (good old ATARI ST) in OMIKRON BASIC. Es sollte zunächst den 64 Zeichen die entsprechenden Texte zuordnen und wurde dann immer umfangreicher (Programmieren macht Spass - es wandelt die Maschine). Mit dem ATARI ST Emulator STEEM läuft es immer noch wunderbar. Diese Version bildet die Grundlage für diese Seiten. Sie sind mit HTML, CSS und JavaScript geschrieben.

Als Grundlage diente : "I GING Das Buch der Wandlungen" übersetzt von Richard Wilhelm. Es besteht aus drei Büchern und sollte griffbereit liegen: "Erstes Buch: der Text, zweites Buch: das Material, drittes Buch: die Kommentare." Die Texte im Orakel enthalten die Kernaussagen des dritten Buches. Man kann sich den Text des ersten Buches anzeigen lassen, nachdem man ein Zeichen erhalten hat. In der Übersicht erscheinen die Kernaussagen von Buch drei, wahlweise mit dem Text aus dem ersten Buch.

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Allen Suchenden und Versuchenden wünsche ich viel Erfolg. Heinz Schulte